Mit dem Start der Heizperiode 2026 heizen in diesen Wochen wieder Millionen deutscher Haushalte zum ersten Mal seit dem Frühjahr ihren Kaminofen oder offenen Kamin an. Genau in dieser Phase registrieren Feuerwehren und Rettungsdienste jedes Jahr vermehrt Einsätze wegen Kohlenmonoxid-Vergiftungen – meist, weil Schornstein, Ofen oder Zuluft über den Sommer nicht geprüft wurden. Ein kurzer Check vor dem ersten Anheizen und ein funktionierender CO-Melder schließen dieses Risiko zuverlässig aus.

Warum Kohlenmonoxid so gefährlich ist

Kohlenmonoxid (CO) entsteht bei unvollständiger Verbrennung von Holz, Kohle, Gas oder Öl – zum Beispiel, wenn ein Schornstein verstopft ist, zu wenig Frischluft nachströmt oder ein Ofen undicht ist. Das Gas ist geruchlos, farblos und geschmacklos. Menschen bemerken eine Vergiftung oft erst, wenn Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit auftreten – im Schlaf bleibt dieser Warnhinweis komplett aus. Deshalb gilt Kohlenmonoxid als eine der unterschätztesten Gefahren in der Heizperiode, obwohl sie sich mit einfachen Mitteln fast vollständig vermeiden lässt.

Der Kaminofen-Check vor dem ersten Anheizen

Bevor der Ofen in dieser Saison zum ersten Mal läuft, lohnt sich eine Viertelstunde für folgende Punkte:

  • Türdichtung prüfen: Ein Blatt Papier in die geschlossene Ofentür klemmen – lässt es sich ohne Widerstand herausziehen, ist die Dichtung undicht und sollte erneuert werden.
  • Rauchrohr und Anschluss kontrollieren: Keine sichtbaren Risse, Rost oder lose Verbindungsstücke zwischen Ofen und Schornstein.
  • Aschekasten leeren: Reste aus dem Vorjahr können die Luftzufuhr blockieren und die Verbrennung verschlechtern.
  • Zuluft sicherstellen: Moderne, gut gedämmte Wohnungen haben oft zu wenig natürliche Frischluftzufuhr für einen Kaminofen – ein gekipptes Fenster im selben Raum beim Anheizen verhindert Unterdruck im Schornstein.
  • Erstes Anheizen nur mit trockenem Holz: Feuchtes Holz verbrennt unvollständiger und erhöht sowohl die Rußbildung als auch die CO-Konzentration im Rauchgas.

Wer sich bei Rissen im Ofenrohr, Verfärbungen an der Wand rund um den Schornstein oder einem ungewöhnlichen Geruch beim Heizen unsicher ist, sollte vor dem nächsten Anheizen einen Fachbetrieb hinzuziehen, statt das Risiko abzuwägen. Wie sich ein seriöser Handwerksbetrieb von unseriösen Angeboten unterscheiden lässt, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag Firma empfehlen: So erkennst du einen seriösen Handwerksbetrieb.

CO-Melder: Wo und wie richtig installieren

Ein CO-Melder kostet im Baumarkt oder online meist zwischen 20 und 40 Euro und ist in wenigen Minuten montiert:

  • Montagehöhe: Kohlenmonoxid ist etwa so schwer wie Luft und verteilt sich gleichmäßig im Raum – der Melder sollte deshalb in Kopfhöhe (1,50 m aufwärts) angebracht werden, nicht direkt an der Decke wie ein Rauchmelder.
  • Abstand zur Feuerstätte: Mindestens ein bis zwei Meter Abstand zum Ofen selbst, aber im selben Raum beziehungsweise in angrenzenden Räumen mit Schlafnutzung.
  • Pro Etage mindestens ein Melder, insbesondere in Schlafräumen, da die Vergiftung im Schlaf unbemerkt bleibt.
  • Batteriewechsel/Funktionstest: Die meisten Geräte haben eine feste Lebensdauer von 5 bis 10 Jahren (steht auf dem Gehäuse) und sollten danach komplett ersetzt werden, nicht nur die Batterie.

Ein CO-Melder ersetzt dabei nicht den klassischen Rauchmelder – beide Geräte reagieren auf unterschiedliche Gefahren und sollten in Räumen mit Feuerstätte idealerweise gemeinsam vorhanden sein.

Typische Anheiz-Fehler im Herbst vermeiden

Gerade beim ersten Anheizen der Saison schleichen sich Fehler ein, die die CO-Bildung zusätzlich begünstigen:

  • Zu große Holzmenge auf einmal: Ein überladener Brennraum verbrennt unvollständiger als mehrere kleinere Nachlegemengen.
  • Luftzufuhr zu früh drosseln: Wer die Luftzufuhr am Ofen schließt, bevor sich ein stabiles Glutbett gebildet hat, erstickt die Verbrennung und erhöht die Rauchgas- und CO-Bildung.
  • Falsches oder behandeltes Material verbrennen: Lackiertes, beschichtetes oder feuchtes Holz sowie Pappe und Hochglanzpapier gehören nicht in den Kaminofen – sie verschlechtern die Verbrennung und können zusätzlich Schadstoffe freisetzen.
  • Fenster und Türen komplett abgedichtet lassen: Besonders in frisch sanierten oder sehr dicht gebauten Häusern fehlt dem Ofen ohne gekipptes Fenster oft schlicht die nötige Verbrennungsluft.

Brennholz richtig lagern und trocknen

Die Qualität des Brennholzes entscheidet maßgeblich darüber, wie sauber und sicher ein Kaminofen verbrennt. Frisch geschlagenes Holz hat einen Wassergehalt von deutlich über 50 Prozent und sollte vor der Nutzung mindestens ein bis zwei Jahre unter einem belüfteten, regengeschützten Unterstand trocknen. Als Faustregel gilt: Trockenes, brennfertiges Holz hat einen Restfeuchtegehalt von unter 20 Prozent – mit einem einfachen Feuchtemessgerät aus dem Baumarkt lässt sich das in Sekunden prüfen. Wer jetzt im Herbst feststellt, dass der eigene Holzvorrat noch zu feucht ist, sollte für diese Saison auf bereits abgelagertes, trockenes Holz vom Fachhändler zurückgreifen, statt mit feuchtem Material zu heizen.

Schornsteinfeger-Pflichttermine nicht verschieben

Unabhängig vom eigenen Check sieht die Kehr- und Überprüfungsordnung in Deutschland für Feuerstätten wie Kaminöfen regelmäßige Pflichttermine durch den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger vor – typischerweise ein- bis zweimal jährlich, je nach Anlage. Wer unsicher ist, ob der Termin für dieses Jahr bereits stattgefunden hat, findet den zuständigen Schornsteinfeger über das Feuerstättenbuch der Immobilie oder die zuständige Handwerkskammer. Ein ausstehender Pflichttermin lässt sich in der Regel kurzfristig nachholen.

Die Heizperiode im Blick behalten

Der Kaminofen ist dabei nur ein Teil der herbstlichen Heiz-Checkliste. Wie sich auch die zentrale Heizungsanlage und Heizkörper vor dem Winter effizient und sicher vorbereiten lassen, zeigen wir Schritt für Schritt in Heizperiode 2026 hat begonnen: Diese Heizungs-Checks solltest du jetzt nicht verschieben.

Häufige Fragen zum Kaminofen-Check und CO-Melder

Ist ein CO-Melder in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben?

Anders als der Rauchmelder ist der CO-Melder in Deutschland aktuell nicht bundesweit gesetzlich vorgeschrieben. Feuerwehren und Verbraucherzentralen empfehlen ihn aber ausdrücklich für jeden Haushalt mit Kaminofen, Gastherme oder anderen Verbrennungs-Feuerstätten, da er die einzige zuverlässige Methode ist, eine Vergiftung durch das geruchlose Gas rechtzeitig zu bemerken.

Reicht ein normaler Rauchmelder nicht aus?

Nein. Ein Rauchmelder reagiert auf Rauchpartikel, nicht auf Kohlenmonoxid. Bei einer unvollständigen Verbrennung kann gefährliches CO entstehen, ohne dass sichtbarer Rauch in den Wohnraum gelangt – ein Rauchmelder schlägt in diesem Fall nicht an.

Wie merke ich, dass mein Kaminofen nicht richtig zieht?

Typische Anzeichen sind Rauchgeruch im Raum beim Anheizen, Ruß- oder Rauchaustritt an der Ofentür, ein ungewöhnlich langsames oder schwaches Brennverhalten sowie dunkle Verfärbungen an Wand oder Decke rund um den Schornsteinanschluss. In diesen Fällen sollte der Ofen bis zur Prüfung durch einen Fachbetrieb nicht weiter genutzt werden.

Wie oft sollte ich den Kaminofen selbst kontrollieren?

Ein gründlicher Check vor dem ersten Anheizen der Saison ist das Minimum. Zusätzlich lohnt sich ein kurzer Sichtcheck von Dichtung, Rauchrohr und Aschekasten etwa alle vier bis sechs Wochen während der laufenden Heizperiode.

Wie erkenne ich, ob mein Brennholz trocken genug ist?

Trockenes Brennholz klingt beim Aneinanderschlagen zweier Scheite hell und hohl, während feuchtes Holz einen dumpfen Ton erzeugt. Zuverlässiger ist ein Feuchtemessgerät: Liegt der angezeigte Wert unter 20 Prozent, ist das Holz brennfertig. Darüber sollte es weiter trocknen oder gegen abgelagertes Holz getauscht werden.