Gluckert der Heizkörper oder wird er nur oben warm, obwohl die Heizung voll aufgedreht ist? Meist steckt Luft im System – und die lässt sich in rund 10 Minuten pro Heizkörper ganz ohne Fachbetrieb entfernen.
Woran erkennst du Luft im Heizkörper?
- Gluckergeräusche: Blubbernde oder gluckernde Geräusche beim Aufheizen sind das deutlichste Zeichen.
- Ungleichmäßige Wärme: Der obere Teil des Heizkörpers bleibt kalt, während der untere Teil warm wird.
- Längere Aufheizzeit: Der Raum wird spürbar langsamer warm als in anderen Zimmern.
Material & Werkzeug
- Heizkörperschlüssel (Vierkantschlüssel, günstig im Baumarkt)
- Kleines Gefäß oder Lappen zum Auffangen von Wasser
- Handtuch für den Boden
Anleitung Schritt für Schritt
- Heizung voll aufdrehen: Alle Heizkörper in der Wohnung aufdrehen und die Umwälzpumpe laufen lassen, damit die Luft im System an die höchsten Punkte wandert.
- Pumpe kurz abschalten: Vor dem eigentlichen Entlüften die Heizungspumpe am Kessel kurz ausschalten (falls zugänglich) – das verhindert, dass neues Wasser nachgedrückt wird, während du entlüftest.
- Ventil ansetzen: Den Heizkörperschlüssel auf das Entlüftungsventil (meist oben seitlich am Heizkörper) setzen, Gefäß oder Lappen darunterhalten.
- Vorsichtig öffnen: Das Ventil langsam eine viertel bis halbe Umdrehung öffnen. Zischende Luft entweicht hörbar.
- Schließen, sobald Wasser kommt: Sobald statt Luft gleichmäßig Wasser austritt, das Ventil sofort wieder schließen.
- Heizkörper mit dem untersten Stockwerk beginnen: In mehrstöckigen Häusern unten anfangen und sich nach oben vorarbeiten, da Luft nach oben steigt.
- Druck am Kessel prüfen: Nach dem Entlüften mehrerer Heizkörper sinkt der Wasserdruck in der Heizungsanlage. Am Manometer prüfen und bei Bedarf Wasser über den Füllhahn nachfüllen (meist 1–2 bar).
Häufige Fehler
- Ventil zu weit geöffnet: Dann schießt Wasser unkontrolliert heraus – lieber vorsichtig in kleinen Schritten öffnen.
- Druckverlust ignoriert: Wird nach dem Entlüften nicht nachgefüllt, sinkt die Heizleistung im ganzen System.
- Nur einen Heizkörper entlüftet: Luft sammelt sich oft an mehreren Stellen – am besten alle Heizkörper der Reihe nach prüfen.
Wann reicht Entlüften nicht mehr aus?
Muss derselbe Heizkörper alle paar Wochen erneut entlüftet werden, deutet das auf ein tieferliegendes Problem hin – etwa ein defektes Ausdehnungsgefäß oder eine undichte Stelle im System. In diesem Fall lohnt sich der Anruf bei einem Heizungsfachbetrieb, statt das Symptom immer wieder selbst zu behandeln.
Wer ohnehin gerade an der Heizperiode arbeitet, findet in unserer Anleitung zum Abdichten von Fenstern gegen Zugluft eine weitere schnelle Maßnahme, um Heizkosten zu senken.
FAQ
Wie oft sollte man Heizkörper entlüften?
Am besten einmal jährlich vor Beginn der Heizperiode, unabhängig davon, ob Geräusche auffallen – das beugt Problemen vor, statt sie erst zu beheben, wenn es bereits kalt bleibt.
Was tun, wenn kein Wasser nach der Luft kommt?
Dann ist möglicherweise zu wenig Wasser im System. Ventil schließen und über den Füllhahn am Kessel Wasser nachfüllen, bis der Druck wieder im grünen Bereich liegt.
Kann ich beim Entlüften etwas kaputt machen?
Bei vorsichtigem Vorgehen nicht. Wichtig ist nur, das Ventil nicht mit Gewalt zu öffnen und nach dem Entlüften den Wasserdruck der Anlage zu kontrollieren.