Mit den deutlich kälteren Nächten Ende Oktober 2026 beginnt für Mäuse und Marder die Zeit, in der sie gezielt Unterschlupf in Wohnhäusern, auf Dachböden und in Fahrzeugmotorräumen suchen. Während Mäuse mit sinkenden Temperaturen und knapperem Nahrungsangebot ins Warme drängen, streifen Marder jetzt besonders aktiv nach wettergeschützten Ruheplätzen für den Winter umher – Dachböden und Autos gehören zu ihren liebsten Zielen. Wer jetzt nicht vorbeugt, riskiert in den kommenden Wochen Nagespuren, durchgebissene Kabel und schlaflose Nächte durch Geräusche über der Zimmerdecke.
Warum ausgerechnet jetzt im Herbst?
Mäuse suchen mit den ersten kalten Nächten im Oktober und November aktiv Wärme und Schutz. Draußen wird das Nahrungsangebot knapper, gleichzeitig bieten Keller, Dachböden und Wandhohlräume ideale Bedingungen. Schon kleinste Ritzen und Spalten reichen aus – eine Hausmaus kommt durch eine Öffnung von weniger als einem Zentimeter Durchmesser.
Bei Mardern liegt der Fall etwas anders: Sie sind entgegen einem weit verbreiteten Irrtum das ganze Jahr über aktiv und halten keinen Winterschlaf. Im Herbst streifen sie aber verstärkt auf der Suche nach wettergeschützten Schlaf- und Ruheplätzen umher, und Dachböden sowie Motorräume gehören zu ihren bevorzugten Zufluchtsorten. Die zweite Risikophase für Marderschäden am Auto liegt im Frühjahr zur Paarungszeit – der Herbst ist damit bereits die zweite von zwei Hochphasen im Jahr.
Woran erkennst du einen Befall?
Mäuse und Marder hinterlassen unterschiedliche Spuren:
- Kotspuren: Mäusekot ist klein und bohnenförmig, oft an Laufwegen entlang von Wänden zu finden. Marderkot ähnelt optisch eher dem von Katzen.
- Geräusche: Trippeln oder Kratzen auf dem Dachboden, besonders in den Abend- und Nachtstunden, deutet häufig auf Marder hin.
- Nagespuren: Angeknabberte Kabel, Dämmmaterial oder Verpackungen sind ein klares Warnsignal.
- Geruch: Ein strenger, moschusartiger Geruch im Dachbereich kann auf Marder hindeuten, die ihr Revier markieren.
So schützt du dein Haus vor Mäusen
Die wirksamste Maßnahme gegen Mäuse ist, ihnen den Zugang von vornherein zu verwehren:
- Prüfe Kellerfenster, Lüftungsschächte und Leitungsdurchführungen auf Spalten und verschließe sie mit Stahlwolle oder feinmaschigem Drahtgitter – reines Silikon wird von Mäusen oft einfach durchgenagt.
- Bewahre Lebensmittel, auch Tierfutter, in verschließbaren Behältern auf statt in offenen Säcken oder Kartons.
- Halte Kompost und Mülltonnen verschlossen, da offene Essensreste Mäuse und auch Marder zusätzlich anlocken.
- Kontrolliere Keller und Dachboden regelmäßig auf frische Spuren, besonders nach den ersten kalten Nächten.
Ähnlich wie beim Abdichten von Fenstern gegen Zugluft gilt auch hier: Je konsequenter Öffnungen und Ritzen verschlossen werden, desto geringer das Risiko – und das spart nebenbei auch noch Heizkosten.
Marder im Dachboden und am Auto
Dachboden sichern
Marder nutzen meist feste, wiederkehrende Wege in ein Gebäude – oft über Bäume, Fallrohre oder lose Dachziegel. Wer herausfindet, wo das Tier ein- und aussteigt, kann diese Stelle gezielt verschließen, sobald der Marder nicht im Haus ist. Wichtig: Ein Zugang sollte erst dann dauerhaft versperrt werden, wenn sichergestellt ist, dass sich kein Tier mehr darin befindet, da sonst Panik und weitere Schäden drohen. Bei der Gelegenheit lohnt sich auch ein Blick auf verstopfte Dachrinnen, da marode Fallrohre und lose Rinnen Mardern oft erst den Aufstieg ermöglichen.
Auto schützen
Im Motorraum sind vor allem Gummi- und Kunststoffteile gefährdet: Zündkabel, Kühl- und Scheibenwasserschläuche, Stromleitungen und Dämmmatten. Angenagte Zündkabel können im schlimmsten Fall den Motorstart verhindern, Bisse an Manschetten sogar Lenkung oder Antrieb beeinträchtigen. Folgende Maßnahmen gelten als wirksam:
- Kabel und Schläuche möglichst eng an festen Bauteilen entlangführen – frei hängende Leitungen sind für Marder leichter erreichbar.
- Gefährdete Leitungen mit robusten Kunststoff-Wellrohren ummanteln, die sich nur schwer durchbeißen lassen.
- Hochspannungs-Abwehrgeräte im Fachhandel (häufig zwischen 30 und 70 Euro) gelten als eine der wirksameren Schutzmaßnahmen; Duftstoffe wirken Berichten zufolge dagegen meist nicht dauerhaft.
- Als einfache und günstige Alternative kann auch ein Stück Maschendrahtzaun lose im Motorraum ausgelegt werden – den mögen Marder laut Erfahrungsberichten nicht.
Bei Verdacht auf einen Marderschaden – etwa Flüssigkeitsverlust, Startprobleme oder ein unruhiger Motorlauf – sollte zeitnah eine Werkstatt den Motorraum prüfen, bevor ein kleiner Schaden zu einem teuren Folgeschaden wird.
Wann sich ein Fachbetrieb lohnt
Lässt sich ein hartnäckiger Mäusebefall nicht in den Griff bekommen oder ist ein Marder bereits fest im Dachboden eingenistet, ist professionelle Hilfe oft die sinnvollere Lösung als wiederholte Eigenversuche. Ein erfahrener Schädlingsbekämpfer kann Eintrittsstellen zuverlässig identifizieren und fachgerecht verschließen. Worauf bei der Auswahl eines seriösen Betriebs grundsätzlich zu achten ist, haben wir bereits in unserem Beitrag zum Thema seriöse Handwerksbetriebe zusammengefasst.
Häufig gestellte Fragen
Halten Marder im Winter Winterschlaf?
Nein. Entgegen einem verbreiteten Irrtum sind Marder das ganze Jahr über aktiv und halten keinen Winterschlaf. Im Herbst suchen sie lediglich verstärkt nach geschützten Ruheplätzen für die kalte Jahreszeit.
Darf ich einen Marder selbst fangen oder vertreiben?
Der Marder steht in Deutschland zwar nicht unter Naturschutz, unterliegt aber dem Jagdrecht. Das Fangen oder Töten ist daher grundsätzlich nur berechtigten Personen mit Jagdschein vorbehalten, und es gelten je nach Bundesland unterschiedliche Schonzeiten. In bewohnten Bereichen wie Haus und Hof ruht die Jagd zudem grundsätzlich, die zuständige untere Jagdbehörde kann aber Ausnahmegenehmigungen erteilen. Wer unsicher ist, sollte sich an die örtliche Jagdbehörde oder einen Fachbetrieb wenden, statt selbst Fallen aufzustellen.
Wie unterscheide ich Mäuse- von Marderspuren?
Mauskot ist deutlich kleiner und bohnenförmig, Marderkot ähnelt in Form und Größe eher dem einer Katze. Auch die Geräusche unterscheiden sich: Mäuse verursachen eher leises Rascheln in Wänden, Marder deutlich hörbares Trippeln und Poltern auf dem Dachboden.
Reicht es, Essensreste wegzuräumen, um Mäuse fernzuhalten?
Das allein reicht meist nicht aus. Entscheidend ist vor allem, mögliche Eintrittsstellen wie Ritzen, Spalten und Leitungsdurchführungen konsequent zu verschließen – erst in Kombination mit gesicherten Lebensmitteln sinkt das Risiko eines Befalls deutlich.
Fazit
Die Kombination aus sinkenden Temperaturen und schwindendem Nahrungsangebot macht den späten Oktober zur Hochsaison für Mäuse und Marder, die Unterschlupf in Haus, Dachboden und Auto suchen. Wer jetzt Eintrittsstellen abdichtet, Fahrzeuge mit einfachen Mitteln schützt und bei einem bereits bestehenden Befall rechtzeitig fachkundige Hilfe holt, erspart sich in den kommenden Wintermonaten unnötigen Ärger und teure Folgeschäden.