Google tauscht in diesen Wochen den jahrzehntealten Google Assistant gegen eine neue KI namens „Gemini for Home" aus – seit Juni 2026 läuft die Umstellung in Deutschland zunächst im Early Access, inzwischen erreicht sie immer mehr Haushalte automatisch über ein Update der Google-Home-App. Die Grundsteuerung von Lampen, Steckdosen und Heizkörpern bleibt kostenlos, für die neuen KI-Funktionen wie Gemini Live oder automatisch erstellte Routinen verlangt Google künftig ein Abo. Was das für dein Zuhause konkret bedeutet, liest du hier.
Was ist Gemini for Home überhaupt?
Gemini for Home ist der Nachfolger des Google Assistant auf allen Google-Home- und Nest-Lautsprechern sowie Smart Displays. Statt starrer Befehle wie „Ok Google, schalte das Licht im Wohnzimmer ein" soll die KI auch komplexere, natürlich formulierte Anfragen verstehen – etwa „mach es hier gemütlicher" oder „ich geh gleich aus dem Haus, kümmer dich drum". Google verspricht außerdem bessere Zusammenfassungen von Kamera-Ereignissen und die Möglichkeit, Automationen einfach in Textform zu beschreiben, statt sie Schritt für Schritt in der App zusammenzuklicken.
Seit wann läuft die Umstellung in Deutschland?
Der Rollout begann hierzulande im Juni 2026 zunächst als Vorschau, für die man sich in der Google-Home-App anmelden konnte. Seitdem weitet Google den Zugang schrittweise aus – ein festes Abschaltdatum für den klassischen Google Assistant nennt Google bislang nicht, mittelfristig soll er aber vollständig ersetzt werden. Praktisch bedeutet das: Taucht bei dir in der App plötzlich ein Banner zu Gemini auf, ist das kein Fehler, sondern die geplante Umstellung.
Welche Geräte sind betroffen?
Gemini for Home deckt praktisch jeden Google-Lautsprecher und jedes Smart Display der vergangenen zehn Jahre ab – darunter Google Home, Home Mini, Home Max, Nest Mini, Nest Audio sowie die verschiedenen Nest-Hub-Generationen. Auch ältere Nest-Kameras und -Türklingeln erhalten die Basisfunktion. Wichtig für die Erwartungshaltung:
- Gemini for Home (kostenlos): läuft auf praktisch allen Geräten, auch älteren Modellen wie dem ersten Google Home oder der ersten Nest-Hub-Generation.
- Gemini Live (nur mit Premium-Abo): freies, gesprächsartiges Interagieren funktioniert bislang nur auf neueren Geräten wie Nest Mini (2. Generation), Nest Audio, Nest Hub (2. Generation) und Nest Hub Max.
Wer also einen sehr alten Lautsprecher besitzt, bekommt zwar die neue KI-Basis, aber nicht zwingend jede Zusatzfunktion.
Was bleibt kostenlos, was kostet jetzt extra?
Die gute Nachricht zuerst: Die klassische Smart-Home-Steuerung funktioniert weiterhin ohne Abo.
- Kostenlos: Lampen, Steckdosen, Heizkörper und andere Geräte per Sprache oder App steuern, einfache Erinnerungen und schnelle Antworten.
- Kostenpflichtig (Google Home Premium): Gemini Live (freies Gespräch mit der KI), „Ask Home" (Fragen zu Kameraaufnahmen stellen, etwa „wer war heute an der Haustür?"), 30 Tage Videoverlauf mit Ereigniszusammenfassungen sowie das Erstellen von Automationen per Texteingabe.
In den USA kostet das Premium-Abo laut ersten Berichten ab rund 10 US-Dollar im Monat. Einen festen Euro-Preis für Deutschland nennt Google bislang nicht einheitlich – er lässt sich aktuell im deutschen Google Store einsehen, da sich das Angebot noch im Rollout befindet.
So bereitest du dein Smart Home jetzt auf die Umstellung vor
Ein paar einfache Schritte sorgen dafür, dass bei dir nach dem Update nichts ausfällt:
1. App und Geräte-Firmware aktualisieren
Öffne die Google-Home-App und prüfe im App-Store, ob eine Aktualisierung verfügbar ist. Veraltete Firmware auf Smart-Speakern ist die häufigste Ursache dafür, dass neue Funktionen gar nicht erst angeboten werden.
2. Bestehende Routinen und Automationen dokumentieren
Mach dir vor der Umstellung eine kurze Liste deiner wichtigsten Sprachbefehle und Automationen (etwa für smarte Steckdosen zur Anwesenheitssimulation oder Heizungs-Zeitpläne). So merkst du sofort, falls nach dem Wechsel etwas fehlt, und kannst es gezielt neu einrichten.
3. Datenschutz-Einstellungen prüfen
Gemini for Home verarbeitet Sprachanfragen und bei Kamera-Nutzern auch Videoausschnitte in der Google Cloud, um die KI-Funktionen bereitzustellen. Gehe in der App unter „Konto" → „Datenschutz & Sicherheit" folgende Punkte durch:
- Wie lange Sprachaufnahmen gespeichert werden und ob automatisches Löschen aktiviert ist.
- Ob deine Sprachaufzeichnungen zu Trainingszwecken verwendet werden dürfen – diese Option lässt sich deaktivieren.
- Welche Familienmitglieder Zugriff auf Kamera-Zusammenfassungen und Standortinformationen haben.
4. Sprachprofile aller Haushaltsmitglieder neu trainieren
Da Gemini Stimmen teils neu erkennt, lohnt es sich, die Sprachprofile aller Familienmitglieder in der App zu aktualisieren – so unterscheidet das System zuverlässig, wer gerade spricht, und spielt etwa individuelle Kalendertermine korrekt aus.
5. Sprachbefehle nach dem Update testen
Teste nach der Umstellung gezielt deine wichtigsten Befehle – etwa für smarte Heizkörperthermostate. Funktioniert ein Gerät nicht mehr wie gewohnt, hilft meist ein erneutes Verknüpfen in der App.
6. Nur zahlen, wenn du die Zusatzfunktionen wirklich nutzt
Wer sein Smart Home nur zum Schalten von Lampen und Steckdosen nutzt, braucht kein Premium-Abo – die Basisfunktionen bleiben kostenlos. Erst wer freie Gespräche mit der KI führen, Kameraaufnahmen durchsuchen oder Automationen per Texteingabe erstellen möchte, profitiert vom Abo.
Lohnt sich das Premium-Abo?
Für reine Lichtsteuerung und einfache Zeitpläne lohnt sich das Abo in den meisten Fällen nicht. Interessant wird es vor allem für Haushalte mit Google-Nest-Kameras, die regelmäßig Ereignisse durchsuchen oder sich automatisch zusammenfassen lassen wollen, sowie für alle, die Automationen künftig per Texteingabe statt manueller Klick-Konfiguration erstellen möchten. Wer unsicher ist, kann die kostenlosen Grundfunktionen erst einmal weiternutzen und das Abo bei Bedarf später dazubuchen.
Häufige Fragen zu Gemini for Home
Muss ich meine Smart-Home-Geräte neu einrichten?
In der Regel nicht. Bereits verknüpfte Geräte bleiben nach der Umstellung verbunden. Nur bei vereinzelten älteren Geräten kann ein erneutes Verknüpfen nötig sein.
Wird der Google Assistant sofort abgeschaltet?
Nein. Google stellt bislang kein festes Abschaltdatum in Aussicht, die Umstellung erfolgt schrittweise über die kommenden Monate.
Brauche ich ein Premium-Abo, um mein Licht per Sprache zu steuern?
Nein, die klassische Gerätesteuerung bleibt kostenlos. Ein Abo ist nur für die erweiterten KI-Funktionen wie Gemini Live oder Kamera-Zusammenfassungen nötig.
Funktioniert Gemini for Home auch mit Geräten anderer Hersteller?
Ja, solange die Geräte bereits mit Google Home kompatibel sind (etwa über den Smart-Home-Standard Matter), funktioniert die Steuerung grundsätzlich weiter wie bisher.
Bekommt mein alter Google-Home-Lautsprecher die neue KI auch?
Ja, die Basisfunktion von Gemini for Home läuft auf praktisch allen Geräten der letzten zehn Jahre. Nur die aufwendigeren Gemini-Live-Gespräche sind neueren, leistungsfähigeren Modellen vorbehalten.
Unterm Strich gilt: Die Umstellung läuft im Hintergrund und betrifft erst einmal nur die Oberfläche und die KI-Funktionen – wer sein Smart Home einfach nur bedienen will, muss aktuell nichts weiter tun.